MadDogs gewinnen gegen Balingen-Weilstetten II mit 32:30
Im dritten Spiel nach der Fasnet haben die Drittliga-Handballer des TSV Neuhausen/Filder endlich ihre Negativserie beendet und den HBW Balingen-Weilstetten II im heimischen Egelsee-Zwinger mit 32:30 (18:12) besiegt. Dabei schien die Mannschaft von MadDogs-Coach Tobias Klisch das Derby bereits zur Halbzeit für sich entschieden zu haben, ließ durch in der zweiten Hälfte die Gäste jedoch zurück ins Spiel kommen und musste am Ende froh sein, beide Punkte eingefahren zu haben. Weiter geht’s am Samstag, 29. März, 20 Uhr, beim bereits so gut wie abgestiegenen Tabellenvorletzten TVS Baden-Baden.
„Glückwunsch an Tobias Klisch und das ganze Team zum, wenn man das komplette Spiel sieht, verdienten Heimsieg. In der ersten Hälfte tun wir uns lange schwer mit der Linie der Schiedsrichter, dass Würfe unter Kontakt keinen Freiwurf geben. Da komme ich auch mit klar, nur meine Jungs haben da zu lange gebraucht, nehmen sich da vier, fünf Würfe mit halbem Kontakt wo wir dann echt bestraft werden und dann ist die Hypothek in Hälfte eins schon sehr groß. Es ist nicht nur Till Wente, der uns früh wegbricht, sondern fünf oder sechs Spieler, die uns wegbrechen und deshalb mussten wir in der zweiten Hälfte in irgendeiner Form improvisieren und mir war es in der Halbzeit wichtig, dass wir mit mehr Energie auf die Platte kommen. Wenn man dann ein Stürmerfoul mit Überzeugung macht oder den Ball mit 1000 Km/h übers Tor wirft, dann wäre das für mich ok gewesen, aber Ende der ersten Hälfte habe ich das Gefühl gehabt, es fehlt die Energie, die Überzeugung, wir werfen nicht aufs leere Tor, wir gehen nicht in die die Tiefe beim Eins-gegen-eins und in der zweiten Hälfte war das gänzlich anders. Die Jungs haben sich wirklich reingebissen und reingefightet, mit zwei Spielern, die erst am Donnerstag aus einer Krankheit zurückgekommen sind, dementsprechend waren wir irgendwann alle platt, deshalb bin ich stolz auf die zweite Hälfte, weil die Jungs nach vorne gegangen sind und gekämpft haben. Mit etwas Glück und ein, zwei Würfen in der Schlussphase holen wir hier einen Punkt, der mit diesem Kader fast schon eine Sensation gewesen wäre, aber jetzt tut es ein bisschen weh, weil man viel investiert, dran schnuppert und es reicht jetzt halt nicht, aber wir machen weiter und wir haben uns gottseidank so viele Punkte erarbeitet, dass wir diese Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, äußert sich HBW-Trainer Micha Thiemann nach Spielende.
„Ich würde gerne auch Micha gratulieren, denn die zweite Hälfte des HBW, was da für ein Leben drin war, ringt mir Respekt ab. Wir lassen da dann vieles vermissen, ich bin schon mit mahnendem Finger in der Halbzeit und sage, wir müssen eigentlich höher führen. Ich habe das Gefühl, mit dem Ausfall von Dyatlov, dass wir dann so ein bisschen den Schlendrian reinbekommen und denken, ok, das bekommen wir auch so heimgefahren. Dem ist nicht so, dann kommt natürlich eine Aufstellung auf uns zu, die wir so nicht kennen, auf die ich die Jungs auch nicht vorbereiten kann, weil die Mannschaft vom HBW noch nie so gespielt hat. Wir tun uns schwer, verlieren gefühlt nach einer Minute Angriff stehend hinten doch noch den Zweikampf und bekommen das Tor und dann wir das Spiel zäher und zäher. Das Positive an der zweiten Hälfte ist, dass wir den HBW nicht mehr in Führung gehen lassen, dass wir das Spiel nach Hause bringen, aber ansonsten gibt es da schon einiges aufzuarbeiten auch zum späten Zeitpunkt der Saison“, ist MadDogs-Coach Tobias Klisch froh, dass seine Truppe trotz der schwächeren zweiten Hälfte das Derby noch gewonnen hat.
„Wir sind gut ins Spiel gestartet, haben vieles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben und gehen auch mit einer Sechs-Tore-Führung in die Halbzeit. Das hat sich für uns Spieler sogar noch einen Tick höher angefühlt und wir haben uns vorgenommen, in der zweiten Hälfte genauso weiterzumachen, was wir wieder einmal nicht geschafft haben. Auf die zweite Hälfte können wir nicht stolz sein, aber auf den Sieg“, ergänzt Rückraumspieler Lukas Fischer.
Beide Teams hatten zu Beginn Probleme ins Spiel zu finden, deshalb dauerte es bis zur 130. Sekunde, ehe Kreisläufer Fabian Gross die Führung besorgte. Rechtsaußen Philipp Keppeler legte zwei Minuten später das 2:0 nach, anschließend brachte Till Wente die Jung-Gallier auf die Anzeigetafel, doch dabei verletzte er sich und somit mussten die Gäste eine weitere Schwächung verkraften. In der Folge gaben die Filder-Handballer weiter den Ton an und bauten ihren Vorsprung bis auf 8:4 aus (14.). Die Abwehr um Torhüter Sören Hamann stand gut und vorne wurden die Chancen verwertet. Beim 10:5 (16.) hatte Thiemann dann genug gesehen und griff zur Grünen Karte. Dennoch waren es die MadDogs, die den Abstand weiter bis zum 15:8 (22.) vergrößerten. Bis zum 18:12-Halbzeitstand konnten die Gäste ihren Rückstand geringfügig verringern, während es der TSV verpasste, die komfortable Führung noch deutlicher zu gestalten.
Nach dem Wechsel kam der HBW mit deutlich mehr Engagement aus der Kabine und konnte den Rückstand auf 17:20 (37.) verkürzen. Als dann auch noch der bis dahin treffsicherste Gästeakteur Danil Dyatlov wegen groben Foulspiels disqualifiziert wurde (38.), deutete vieles darauf hin, dass die Filder-Handballer die Partie nun locker über die Runden schaukeln. Dem war allerdings nicht so. Die Gäste improvisierten und trafen nun mit fast jedem Angriff ins TSV-Tor und beim 21:19 (40.) bat Klisch zur Besprechung. Zunächst erzielte Balingens Mischa Locher, Sohn von MadDogs-Co-Trainer Markus Locher das 20:21, aber mit einem Doppelschlag innerhalb von 16 Sekunden konnten die Gastgeber wieder für etwas Beruhigung sorgen. Bis zum 27:24 (46.) hielt der Drei-Tore-Vorsprung, danach lief jedoch nicht mehr viel zusammen und die Gäste von der Zollernalb glichen mit einem 3:0-Lauf erstmals aus (50.). Anschließend bewiesen die Hausherren aber kühlen Kopf und warfen zwei Tore nacheinander. Zwischen der 52. und 57. Minute wurde es dann richtig zäh, denn bei beiden Kontrahenten war mächtig Sand im Getriebe und die einzig erwähnenswerten Dinge waren zwei Gästeauszeiten sowie eine Gästestrafzeit. In der absoluten Crunchtime stellte der HBW den Anschlusstreffer her, aber mit einem Doppelpack ließ Felix Zeiler die MadDogs auf die Siegerstraße einbiegen und so stand am Ende ein vor allem in der zweiten Hälfte erkämpfter 32:30-Heimsieg auf der Anzeigetafel.
TSV Neuhausen/Filder – HBW Balingen-Weilstetten II 32:30
TSV Neuhausen/Filder: Hamann, Elger; Durst, Scherbaum, Heydecke (4), M. Sprößig, Grundler (3), Gross (3), Reinhardt (1), Baumann, Sommer (4), Fischer (8/4), Keppeler (5), Zeiler (4), Höer.
HBW Balingen-Weilstetten II: Hajdu, Bierfreund; Flad (3), Römer, Eisele (2), Betz (3), Milosavljevic (1), Bänsch (4), Banzhaf, Locher (9/3), Wente (1), Dyatlov (7).
Schiedsrichter: Gierke/Konwitschny (ASC Dachau).
Zuschauer: 450.
Zeitstrafen: Heydecke, Höer (2), Betz, Bänsch (2), Locher.
Besonderes Vorkommnis: Rote Karte Dyatlov (38., HBW) wegen groben Foulspiels.
Siebenmeter: 4/4, 4/3 Locher trifft die Latte.